
13.09.26 –
Nachdem es 2024 Stadtrat Olaf Meister (Grüne/future) gelungen war, für einige der hinter der Johanniskirche stehenden Glocken ihre Herkunft zu ermitteln, hatte der Stadtrat 2025 der Rückführung mehrerer Glocken an ihre Gemeinden zugestimmt.
Im thüringischen Nohra kehrte so nun nach 84 Jahren die alte Glocke der Gemeinde aus dem Jahr 1503 zurück. Sie war 1942 zum Einschmelzen für Rüstungszwecke aus dem Turm geholt worden und galt seit dem als zerstört. Die vom Fund der Glocke begeisterte Gemeinde, man spricht vom “Glockenwunder”, entschloss sich die Glocke aufarbeiten zu lassen und wieder läutfähig zu machen. Die dafür nötigen 25.000 € wurden zu einem großen Teil durch Spenden aufgebracht. Leute in Nohra riefen zu ihren runden Geburtstagen auf, statt Geschenke etwas für die Glocke zu Spenden. Ein ansässiger Betrieb verfuhr so zu seiner 100-Jahrfeier. Auch von Amtskirchlicher Seite gab es Unterstützung. Die Unterstützung ging dabei deutlich über die Mitglieder der Kirchengemeinde hinaus. Es wurde zum Projekt für das ganze Dorf.
Jetzt gab es ein großes Fest mit Festzelt, Umzug, Blasmusik, Hüpfeburg, Gottesdienst mit der Pfarrerin Marina Mönnich, Konzert und Ansprachen der Bürgermeisterin der Stadt Bleicherode, Franka Hitzing, des Ortsbürgermeisters von Nohra, Tobias Grimm und des Magdeburger Stadtrats Olaf Meister.
Nachdem die Glocke von jedem einmal persönlich angeschlagen werden konnte, wurde sie feierlich außen am Kirchturm emporgezogen und durch eine extra (wieder) in der dicken Kirchturmmauer geschaffenen Öffnung in den Glockenstuhl gehoben. Der Glockenstuhl ist einer der ältesten der Region und war in der Zeit um 1500 auch für diese Glocke entstanden. Ihr Platz war in den vergangenen 84 Jahren leer geblieben.
Nach restlichen Arbeiten zur Befestigung der Glocke soll sie zum Gottesdienst am 27. September dann erstmalig wieder regulär ihren Dienst versehen, wie sie es über fast 500 Jahre tat.
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