Asphalt, Bäume und Zauneidechsen – der Radweg von Genthin nach Parchen

13.04.22

Auf Einladung des Stadtrates Lutz Nitz vom Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Jerichower Land besucht der bündnisgrüne Landtagsabgeordneter Olaf Meister Genthin. Anlass waren die Diskussionen um den Ausbau des Radweges zwischen Genthin und Parchen entlang der Bundesstraße ein. Eigentlich ist es eine gute Nachricht, dass endlich der straßenbegleitende Radweg zwischen beiden Orten fertiggestellt wurde. Damit ging ein Projekt zu Ende, um das seit 1995 gerungen wird. Das Engagement der Menschen in beiden Orten wurde endlich belohnt.

Die Freigabe war dann eher ein skurriler Akt. Während im Oktober 2021 sich viele Genthiner fragten, wann der fertige Radweg endlich eröffnet werden würde, stellte sich nach einer Anfrage der Volksstimme am 28. Oktober heraus, der Weg war formal bereits am 15. freigegeben worden. Auf eine sonst gängige feierliche Eröffnung verzichteten die Ministerien bzw. die Landesverwaltung gänzlich. Eher ungewöhnlich in einem Land, in dem die Abgeordneten regelmäßig zu Straßeneröffnungen eingeladen werden.

Bei seinem Besuch konnte Olaf Meister gleich selbst ausprobieren, wie es um den Radweg bestellt ist. Aus dem Regionalexpress direkt aufs Fahrrad und schon war man in wenigen Minuten an der B 1 am Abzweig Genthin-Süd dem Beginn des Radweges nach Parchen. Der asphaltierte Radweg ist seit seiner Freigabe gut angenommen worden.

Aber so ganz ist das Kapitel des Radweges nicht abgeschlossen. In zwei Bereichen wird noch um Verbesserungen gerungen. Während zwischen Genthin–Wiechenberg den Radfahrer:innen der bestehende Wald noch angenehmen Schatten spendet, gibt es nach dem Abzweig Wiechenberg keinen Schutz. Ein erheblicher Teil des Baumbestandes wurde im Zuge der Bauarbeiten gefällt. Auch Bäume, die in der Planung nach als erhaltenswert eingestuft worden sind, sind im Nachgang gefällt worden. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn der Alleecharakter an der Bundesstraße und am Radweg beidseitig durch Nachpflanzungen wieder hergestellt würde. Es mangelt auch an Transparenz darüber, wo die Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume umgesetzt wurden. Olaf Meister hat versprochen, durch eine Kleine Anfrage an die Landesregierung für Aufklärung zu sorgen.

Besondere Vorsicht war im Baubereich durch eine Zauneidechsen-Population geboten. Die Tiere konnten nach ihrer Erfassung in ein extra dafür neu geschaffenes Siedlungsgebiet umgesetzt werden. Die praktische Umsetzung stößt dabei vor Ort auf Kritik, macht doch die Fläche an der B 1 bei Wiechenberg eher den Eindruck einer Bauschuttablagerung. Hier wäre mit Naturschutz-Fachleuten zu prüfen, ob nicht noch eine Anpassung der Maßnahme möglich ist. Um Vorurteile bei Einwohner und auch Radtouristen abzubauen, wäre es im Sinne der Umweltbildung sinnvoll, u. a. mit einer Infotafel über das Umsiedlungsprojekt und die Zauneidechse zu informieren.

Mit neuen Eindrücken und Aufgaben ging es mit dem RE 1 zurück nach Magdeburg.

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